Dubai-Firmengründung: Was steht wirklich im Angebot?
Zwei Angebote können auf den ersten Blick dieselbe Leistung versprechen und sich im Detail erheblich unterscheiden. Ein sauberer Vergleich beginnt deshalb mit Ihrem Geschäftsmodell und endet mit einem schriftlich abgegrenzten Leistungsumfang. Die folgenden Fragen sind ein Gesprächsleitfaden, keine pauschale Empfehlung für eine bestimmte Unternehmensstruktur.
FRAGE 01
Welche Tätigkeit soll die Firma tatsächlich ausüben?
Beschreiben Sie Ihr Geschäft mit einem konkreten Beispiel: Was liefern Sie, an wen und in welchem Markt? Eine Agentur, ein Onlinehandel und eine Immobilienverwaltung brauchen nicht automatisch dasselbe Setup. Die offizielle UAE-Gründungsübersicht beginnt deshalb mit der wirtschaftlichen Tätigkeit; daraus ergeben sich unter anderem Lizenztyp und passende Rechtsform.
So fragen Sie konkret nach
„Welche konkrete Activity beziehungsweise Activities sind im Angebot vorgesehen, und welche meiner geplanten Leistungen decken sie ab?“
FRAGE 02
Welche Behörde und welche Unternehmensform sind gemeint?
„Dubai-Firma“ ist als Angebotsbeschreibung zu ungenau. Lassen Sie sich die zuständige Behörde beziehungsweise Freezone, das Emirat und die vorgesehene Rechtsform nennen. So vergleichen Sie nicht versehentlich zwei unterschiedliche Leistungen. Beschreiben Sie auch, wo die Arbeit stattfinden soll und wo Ihre Kunden sitzen; die Einordnung muss zu Ihrem tatsächlichen Vorhaben passen.
So fragen Sie konkret nach
„Wie heißt die ausstellende Stelle, und warum ist genau diese Struktur für meinen beschriebenen Geschäftsbetrieb vorgesehen?“
FRAGE 03
Welches Ergebnis ist am Ende der beauftragten Stufe erreicht?
Eine reservierte Firmenbezeichnung, eine Initial Approval und eine erteilte Lizenz sind verschiedene Ergebnisse. Nach der offiziellen Gründungsübersicht bedeutet die Initial Approval, dass die nächsten Schritte zur Lizenz verfolgt werden können; sie ist noch keine Erlaubnis, die Geschäftstätigkeit aufzunehmen. Ihr Angebot sollte deshalb konkrete Dokumente und Leistungen je Stufe nennen.
So fragen Sie konkret nach
„Erhalte ich mit dieser Zahlung eine Vorabgenehmigung, die fertige Lizenz oder einen weiteren klar benannten Verfahrensschritt?“
FRAGE 04
Was bedeutet „Visa inklusive“ im konkreten Paket?
Lassen Sie die Formulierung in einzelne Positionen aufteilen. Zu klären sind beispielsweise die Anzahl der vorgesehenen Personen, welche Anträge und Gebühren erfasst sind, welche Schritte Sie selbst erledigen und ob Termine oder persönliche Anwesenheit erforderlich werden. Diese Liste ist eine Prüfhilfe; sie ist keine Aussage, dass jede Position bei jeder Gründung in identischer Form anfällt.
So fragen Sie konkret nach
„Welche Visa-bezogenen Leistungen sind für wen enthalten, welche Voraussetzungen gelten und welche persönlichen Schritte bleiben bei mir?“
FRAGE 05
Welche Unterlagen, Räumlichkeiten und Zusatzfreigaben sind eingeplant?
Je nach Rechtsform und Tätigkeit können weitere Unterlagen oder Genehmigungen erforderlich sein. Die UAE-Gründungsübersicht nennt unter anderem Gesellschaftsunterlagen, einen passenden Geschäftsstandort und gegebenenfalls Freigaben weiterer Behörden. Klären Sie für Ihr Angebot ausdrücklich, ob beispielsweise ein MOA, Beglaubigungen, Übersetzungen oder eine Adress- beziehungsweise Mietlösung benötigt werden und wer sie organisiert.
So fragen Sie konkret nach
„Welche Unterlagen und Zusatzfreigaben braucht genau mein Fall, und welche davon sind im Preis enthalten?“
FRAGE 06
Ist jede Kostenposition eindeutig zugeordnet?
Trennen Sie Dienstleistung, behördliche Gebühren und Leistungen anderer Anbieter. Lassen Sie sich bestätigen, welche Positionen fest bepreist sind, welche nach tatsächlichem Aufwand abgerechnet werden und was ausdrücklich ausgeschlossen ist. Bei Angeboten in Euro und Kosten in AED sollte auch klar sein, auf welcher Grundlage umgerechnet wird. Ein günstiger Einstiegspreis ist erst vergleichbar, wenn derselbe Umfang zugrunde liegt.
So fragen Sie konkret nach
„Was ist der Gesamtbetrag für den beschriebenen Umfang, in welcher Währung wird bezahlt und wodurch könnten zusätzliche Kosten entstehen?“
FRAGE 07
Welche Zahlung gehört zu welchem nächsten Schritt?
Ein verständlicher Zahlungsplan verbindet jede Rate mit einer beschriebenen Leistung oder einem bevorstehenden Aufwand. Halten Sie fest, wann die Arbeit beginnt, welche Unterlagen zuvor vorliegen müssen und wie mit Änderungen des Auftrags umgegangen wird. Besonders bei einem schrittweisen Start sollte eindeutig sein, welche Leistung bereits beauftragt und welche nur eine spätere Option ist.
So fragen Sie konkret nach
„Was wird nach der ersten Zahlung erledigt, wann wird die nächste Rate fällig und welche Nachweise erhalte ich zum jeweiligen Stand?“
FRAGE 08
Welche laufenden Leistungen brauche ich nach der Gründung?
Betrachten Sie neben dem Start auch die folgenden zwölf Monate und den ersten Verlängerungstermin. Fordern Sie eine getrennte Übersicht der wiederkehrenden Positionen an. Klären Sie, welche Unterstützung bei Verwaltung, Buchhaltung, steuerlichen Themen oder Bankunterlagen vereinbart ist und welche Fachleistungen separat beauftragt werden. Eine Unterstützung bei der Kontoeröffnung sollte als solche beschrieben werden; eine Zusage der Bank ist damit nicht ersetzt.
So fragen Sie konkret nach
„Welche Verlängerungen und laufenden Leistungen soll ich einplanen, wer ist zuständig und welche Beträge sind bereits verbindlich bekannt?“
FRAGE 09
Wer hält mich über offene Punkte und den nächsten Schritt auf dem Laufenden?
Ein Ansprechpartner allein reicht als Ablaufbeschreibung noch nicht. Vereinbaren Sie, über welchen Kanal Sie Unterlagen sicher einreichen, wie Rückfragen bearbeitet werden und wie Sie den aktuellen Stand erfahren. Unterscheiden Sie geplante Bearbeitungszeiten von verbindlichen Fristen und von Entscheidungen, die eine Behörde oder Bank trifft. So erkennen Sie früh, ob auf Ihrer oder auf der anderen Seite etwas fehlt.
So fragen Sie konkret nach
„Wer betreut meinen Vorgang, was fehlt aktuell und welcher konkrete Schritt folgt als Nächstes?“
Ihr Briefing für das Erstgespräch
Notieren Sie diese vier Punkte. Damit lässt sich besprechen, welche weiteren Informationen für ein konkretes Angebot fehlen.
- Tätigkeit: Welche Leistung oder welches Produkt möchten Sie verkaufen?
- Kunden: In welchen Ländern sitzen sie, und wo wird die Arbeit erbracht?
- Personen: Wer ist beteiligt, und für wen soll ein Aufenthalt mitgeplant werden?
- Start: Welcher Zeitraum ist vorgesehen, und welche Voraussetzungen sind bereits geklärt?
Häufige Fragen
Kann ich zwei Paketpreise direkt miteinander vergleichen?
Erst wenn Behörde, Rechtsform, Tätigkeiten, enthaltene Personen und Leistungen, Zusatzkosten und Verlängerungen vergleichbar beschrieben sind. Fragen Sie bei unklaren Positionen schriftlich nach, statt fehlende Leistungen zu unterstellen.
Ist die Checkliste eine vollständige Liste aller gesetzlichen Anforderungen?
Nein. Sie hilft beim Vergleichen und Besprechen eines Angebots. Die konkreten Anforderungen müssen für Ihre Tätigkeit, Struktur und persönliche Situation mit der zuständigen Stelle und gegebenenfalls einem qualifizierten Rechts- oder Steuerberater geklärt werden.
Was braucht Badruk Setup für ein erstes Gespräch?
Für den Einstieg genügen eine kurze Beschreibung Ihrer Tätigkeit, die geplanten Kundenmärkte, die Anzahl der beteiligten Personen und Ihr gewünschter Startzeitraum. Senden Sie Ausweisdokumente erst über einen für den konkreten Vorgang abgestimmten Übermittlungsweg.
Offizielle Grundlage und Einordnung
Die Aussagen zu Tätigkeit, Initial Approval, Gesellschaftsunterlagen und zusätzlichen Genehmigungen stützen sich auf die Gründungsübersicht des UAE Ministry of Economy & Tourism (abgerufen am 24.09.2026). Die übrigen Fragen sind unsere praktische Checkliste für einen nachvollziehbaren Angebotsvergleich. Anforderungen und Konditionen sind jeweils für den konkreten Fall zu bestätigen.